Mit blauem Auge davongekommen: Erste rettet späten Punkt gegen ESG
Dass die Partie gegen die Essener SG 99/06 II kein Selbstläufer werden würde, war bereits vor dem Anpfiff klar. Schon in der vergangenen Saison tat sich Teutonia gegen diesen Gegner schwer. Und auch diesmal präsentierte sich ESG von Beginn an körperlich präsent, diszipliniert und deutlich stärker, als es der aktuelle Tabellenplatz vermuten lässt.
Teutonia fand zunächst nur schwer in die Begegnung. Von wirklicher Spielkontrolle konnte in der Anfangsphase keine Rede sein. Stattdessen übernahm phasenweise ESG das Kommando, ließ Überruhr arbeiten und verhinderte, dass die Hausherren den gewünschten Zug in ihr Spiel bekamen.
Erst ab der 20. Minute gelang es Teutonia zunehmend, die Kontrolle zu übernehmen. Der verbesserte Zugriff wurde in der 24. Minute belohnt: David Winkler brachte Überruhr mit 1:0 in Führung.
Doch auch das Tor sorgte nicht für die erhoffte Sicherheit. Zwar schaffte es Teutonia immer wieder, in das letzte Drittel vorzudringen, dort fehlte allerdings zu häufig die letzte Konsequenz. Mal war der Pass zu ungenau, mal traf man die falsche Entscheidung, mal wurde noch ein zusätzlicher Haken geschlagen, obwohl eine einfache Lösung die bessere gewesen wäre.
ESG blieb dagegen unangenehm, diszipliniert und lauerte auf seine Möglichkeiten. Kurz vor der Pause wurde das bestraft: In der 43. Minute spielte ESG einen Konter sauber zu Ende und Simon Felipe Serrano Villalobos erzielte das 1:1. Mit dem Unentschieden ging es in die Kabinen.
Für den zweiten Durchgang hatte sich Teutonia viel vorgenommen. Doch auch ESG schlief nicht und machte dort weiter, wo der Gegner in der ersten Hälfte aufgehört hatte. Die Gäste blieben unbequem, übernahmen erneut die Kontrolle und zeigten Überruhr in dieser Phase deutlich die eigenen Grenzen auf.
Vor allem die individuellen Fehler und daraus entstehenden Fehlerketten machten Teutonia das Leben schwer. Eine davon führte schließlich zum Strafstoß für ESG. Simon Felipe Serrano Villalobos trat in der 69. Minute an und verwandelte souverän zur 2:1-Führung für die Gäste. Spätestens jetzt war Teutonia endgültig wach.
Überruhr erhöhte den Druck und drängte ESG zunehmend tief in die eigene Hälfte. Angriff um Angriff und Standard um Standard rollte auf das Gästetor zu. Doch ESG verteidigte leidenschaftlich und konsequent. Insbesondere bei hohen Bällen schafften es die Gäste immer wieder, die Gefahr per Kopf zu bereinigen.
Teutonia ließ dennoch nicht nach. Der Druck nahm in der Schlussphase immer weiter zu, ohne dass zunächst der entscheidende Ball den Weg ins Tor finden wollte.
Die Entscheidung sollte schließlich tief in der Nachspielzeit fallen. Nach einem Teutonia-Freistoß kam es im Strafraum zu einer Tätlichkeit eines ESG-Spielers. Die Konsequenz: Rote Karte und Strafstoß für Überruhr.
Damit bot sich Teutonia praktisch mit der letzten Möglichkeit doch noch die Chance auf den Ausgleich. Timo Denker übernahm die Verantwortung und verwandelte in der Nachspielzeit souverän zum 2:2.
Am Ende kommt Teutonia damit noch einmal mit einem blauen Auge davon. Aufgrund der starken Schlussphase hatte sich Überruhr den Ausgleich erarbeitet, muss sich zugleich aber eingestehen, über weite Strecken nicht das eigene Spiel auf den Platz gebracht zu haben. Zu viele Ungenauigkeiten, falsche Entscheidungen und individuelle Fehler verhinderten einen kontrollierteren Auftritt.
Gleichzeitig muss man ESG ein Kompliment machen. Die Gäste machten Teutonia das Leben über 90 Minuten äußerst schwer, spielten diszipliniert, körperlich und deutlich besser, als es der Tabellenplatz vermuten lässt.
Für Teutonia kann dieses Spiel deshalb vor allem eines sein: ein Weckruf zur richtigen Zeit. Die kommenden Aufgaben werden nicht einfacher. Wenn Überruhr daraus die richtigen Schlüsse zieht und die Intensität der Schlussphase künftig früher auf den Platz bringt, kann dieser spät gerettete Punkt noch wertvoll werden.
